Zeugnis-Blog

Arbeitszeugnis-Aufbau: Wie ein Arbeitszeugnis aufgebaut und strukturiert ist
Arbeitszeugnis schreiben lassen

Der Aufbau eines Arbeitszeugnisses kann komplex sein und unterliegt einer fundamentalen Strukturierung, die für ein sauberes Endresultat in jedem Fall eingehalten werden muss. Grundsätzlich gibt es verschiedene Zeugnisarten, die vom sogenannten einfachen Arbeitszeugnis über ein qualifiziertes Arbeitszeugnis bis hin zum Zwischenzeugnis reichen und sich vom Aufbau und den Formalitäten her unterscheiden.

Damit Sie den Überblick behalten und näher verstehen, wie ein Arbeitszeugnis aufgebaut und strukturiert ist, haben wir für Sie in unserem Blogartikel einmal den Aufbau eines qualifizierten Arbeitszeugnisses zusammengefasst.

Der Aufbau eines qualifizierten Arbeitszeugnisses

Um ein professionelles und ordnungsgemäßes Arbeitszeugnis zu erstellen, bedarf es einer sorgfältigen Gliederung. Aus diesem Grund möchten wir Ihnen zunächst visuell veranschaulichen, in welche Einzelteile ein qualifiziertes Arbeitszeugnis (in diesem Fall ein Abschlusszeugnis) untergliedert ist, damit es der gängigen Norm für Arbeitszeugnisse entspricht.

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Überschrift, Einleitung und Unternehmensskizze eines Arbeitszeugnisses

Angefangen wird mit der korrekten Überschrift, die deutlich machen sollte, um was für eine Art von Arbeitszeugnis es sich im Einzelnen handelt. Die Einleitung enthält neben den Angaben des Vor- und Nachnamens sowie des Geburtsdatums und
-ortes häufig auch die Angabe des Wohnorts mit Anschrift. Doch nachdem sich dieser heutzutage häufig ändern kann und eine Personenidentifizierung auch anhand persönlicher Daten durchgeführt werden kann, ist diese Angabe nicht mehr erforderlich.

Im Anschluss daran folgen die Angaben zur Dauer und Art der Tätigkeit sowie weitere Informationen zum beruflichen Werdegang. Eine optional zu verwendende Beschreibung des Unternehmens hat zum Ziel, die Stellung des Arbeitszeugnisempfängers besser einzuordnen und sollte nicht mehr als sechs bis sieben Zeilen umfassen.

 

  • Überschrift: Arbeitszeugnis, Zeugnis, Zwischenzeugnis, Ausbildungszeugnis oder Praktikumszeugnis
  • Einleitung: Titel wie Dr., Bildungsabschluss (auf Wunsch des Zeugnisempfängers), Vorname, Nachname, Geburtsdatum und -ort (auf Wunsch des Zeugnisempfängers), Positionsbezeichnung, Dauer des Arbeitsverhältnisses oder Eintrittsdatum, gegebenenfalls Befristung
  • Unternehmensskizze: Optional: Unternehmensbeschreibung (Branche, Produkte oder Dienstleistung, Mitarbeiter, Standort und so weiter)
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Die Tätigkeitsbeschreibung eines Arbeitszeugnisses

Der überwiegende Teil der Personalleiter erachtet diesen Abschnitt des Arbeitszeugnisses als den bedeutendsten des Dokuments, denn er beinhaltet keine Codierung und vermittelt somit einen hochwertigen Gesamtüberblick in Bezug auf die Praxiserfahrung des Mitarbeiters. In diesem Teil des Arbeitszeugnisses sollten auch Rangzuweisungen und delegierte Befugnisse oder Kompetenzen, insbesondere auf der Führungsebene, berücksichtigt werden.

Sowohl bei bereits erfolgten Versetzungen als auch bei den Arbeitsaufgaben ist es wichtig, diese in chronologischer Reihenfolge zusammenzustellen. Im Falle eines Stellenwechsels sollte der hierarchische Aufstieg oder die Übernahme einer anspruchsvolleren Aufgabe entsprechend herausgestellt werden.

 

  • Hierarchische Einordnung der Position: Berichtslinie, Führungsebene, Stellvertretungsfunktionen
  • Tätigkeiten: Hauptaufgaben, Sonderaufgaben, Projektarbeit, Mitgliedschaften in Ausschüssen oder Gremien
  • Kompetenzen: Prokura, Handlungsvollmacht, Kreditkompetenz, Budget- oder Umsatzverantwortung und so weiter
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    Die Leistungsbeurteilung eines Arbeitszeugnisses

    In diesem Abschnitt untergliedert sich das Arbeitszeugnis in weitere Zeugniskomponenten, und zwar in die Bereiche Fachwissen und Weiterbildung, Arbeitsbefähigung, wie etwa Auffassungsgabe und Belastbarkeit, Arbeitsbereitschaft, Arbeitsweise, Arbeitserfolge, zusammenfassende Bewertung und bei Führungskräften zusätzlich die Führungskompetenz.

    An dieser Stelle wird die vielfach zitierte Zeugnissprache mit ihren Verschlüsselungen zum Einsatz gebracht, wobei es besonders wichtig ist, den Anforderungen an wahrheitsgemäße und gleichermaßen wohlwollende Formulierungen nachzukommen.

     

    • Fachwissen und Weiterbildung: Umfang und Inhalt, Aktualität, Einsatz und Anwendung des Wissens und von erworbenen Kenntnissen
    • Arbeitsbefähigung – Das Können: Auffassungsgabe, Denk- und Urteilsvermögen, Ausdauer, Belastbarkeit, Flexibilität und so weiter
    • Arbeitsbereitschaft und Motivation – Das Wollen: Engagement, Initiative, Zielstrebigkeit, Interesse, Identifikation und weitere
    • Arbeitsweise – Das Tun: Selbstständigkeit, Systematik, Effizienz, Sorgfalt, Zuverlässigkeit, Genauigkeit und andere

     

    • Arbeitserfolg – Das Ergebnis: Qualität, Quantität und Verwertbarkeit
    • Zusammenfassende Bewertung: zur vollen, stets vollen, stets vollsten Zufriedenheit
    • Führungskompetenz: Abteilungsleitung, Mitarbeitermotivation, Arbeitsatmosphäre, Aufgabendelegation, Mitarbeiterförderung und weitere
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    Die Verhaltensbeurteilung eines Arbeitszeugnisses

    In diesem Baustein wird abschließend das Verhalten gegenüber innerbetrieblichen Personen und auch anderen Kontaktpersonen am Arbeitsplatz, wie zum Beispiel Kunden, Lieferanten oder Gästen, beschrieben und bewertet.

    Dabei ist insbesondere auf die korrekte Reihenfolge der entsprechenden Personen zu achten, denn wenn Vorgesetzte, Kollegen und Mitarbeiter nicht in dieser Abfolge genannt werden, stellt dies eine einschränkende Bewertung dar.

     

    • Verhalten zu Vorgesetzten und Kollegen: Vorbildlichkeit, Einwandfreiheit, Loyalität und so weiter
    • Verhalten zu Externen: Auftreten, Kontaktfähigkeit, Gesprächsverhalten, Verhandlungsstärke, Beratungskompetenz und andere
    • Soziale Kompetenz: Teamorientierung, Kritikfähigkeit, Vertrauenswürdigkeit, Kompromissbereitschaft, Durchsetzungsvermögen und weitere
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      Die Schlussformel eines Arbeitszeugnisses

      Am Ende eines qualifizierten Arbeitszeugnisses erfolgt die Angabe des Grundes für die Ausstellung, das Bedauern über das Ausscheiden, der Dank für die geleisteten Dienste und die Zusammenarbeit sowie die Wünsche für die Zukunft. Anschließend folgen die korrekte Datierung und Unterschrift.

      Die Datumsangabe muss mit dem Tag der Beendigung des Arbeitsverhältnisses übereinstimmen und ist nicht unbedingt der letzte Arbeitstag (zum Beispiel bei Beurlaubung oder Abbau des Resturlaubs).

      Unterschrieben werden sollte das Arbeitszeugnis immer von einem oder gleich zwei ranghöheren Mitarbeitern, im Idealfall vom direkten Vorgesetzten und dem Personalleiter.

       

          • Ausstellungsgrund: Eigene Kündigung, Aufhebung, Kündigung durch Arbeitgeber, Ende Befristung, Ruhestand
          • Bedauern und Dank: Bedauern des Ausscheidens oder des Verlustes einer wertvollen Fachkraft, Dank für die erbrachten Leistungen, die langjährige und erfolgreiche Mitarbeit sowie Dank für die Art der Zusammenarbeit
          • Zukunftswünsche: Persönliche Wünsche und Erfolgswünsche
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      Seitenumfang eines Arbeitszeugnisses

      Auch über die Länge eines Arbeitszeugnisses wird immer wieder diskutiert. Auf der einen Seite interpretieren Personalentscheider ein zu kurzes Arbeitszeugnis als schlechte Leistung und auf der anderen Seite wollen sie sich nicht durch einen drei oder gar vier Seiten langen „Roman“ durcharbeiten.

      Nicht wenige Arbeitszeugnisempfänger fühlen sich vor den Kopf gestoßen, wenn sie ein Zeugnis erhalten, das ihrer Meinung nach zu kurz ist. Die entscheidenden Faktoren sind immer die ausgeübte Position und die Dauer des Arbeitsverhältnisses sowie die Schriftart und der Zeilenabstand. In der folgenden Tabelle haben wir abschließend für Sie noch eine Übersicht erstellt, die Aufschluss darüber gibt, wie lang ein Arbeitszeugnis idealerweise sein sollte.

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      Ihr professioneller Ansprechpartner rund um Arbeitszeugnisse

      Wie Sie sehen, ist der Aufbau eines qualifizierten Arbeitszeugnisses durchaus komplex und wirft beim Erstkontakt eine Vielzahl an Fragen auf. Gerne steht das Team von PSRM Ihnen bei allen anfallenden Aufgaben der Zeugniserstellung zur Verfügung und nimmt Ihnen somit den gesamten Aufwand ab.

      Vom Erstkontakt, um Ihren persönlichen Bedarf zu ermitteln, über die professionelle Erstellung Ihrer Arbeitszeugnisse bis hin zur Nachjustierung und finalen Übermittlung sind wir Ihr passender Ansprechpartner. Kontaktieren Sie uns einfach jetzt und wir finden eine Lösung, die auf Ihre individuellen Anforderungen zugeschnitten ist!

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