Zeugnis-Blog

Zehn Arbeitszeugnis-Tipps für Arbeitnehmer – eine ganzheitliche Übersicht
Arbeitszeugnis schreiben lassen

Nicht alles, was in einem Arbeitszeugnis als positiv empfunden wird, ist auch wirklich positiv beabsichtigt. Hat ein Mitarbeiter zum Beispiel „immer sehr sorgfältig und genau gearbeitet“, so klingt dies im ersten Augenblick nach einem sehr ordentlichen Mitarbeiter. Bezogen auf ein Arbeitszeugnis zeigt es jedoch, dass die Person sehr detailversessen war und sich mit Nebensächlichkeiten auseinandergesetzt hat. Dies ist nur ein Beispiel dafür, wie schwierig es sein kann, ein Arbeitszeugnis richtig zu interpretieren.

Die Folge ist immer noch eine große Ungewissheit bei den Arbeitnehmern, wenn sie ein Arbeitszeugnis ausgestellt bekommen. Viele Arbeitgeber übertragen das Erstellen des Arbeitszeugnisses auch gerne an ihre Angestellten. Doch das Schreiben des eigenen Arbeitszeugnisses ist für Viele eine echte Bewährungsprobe. Das Gleiche gilt, wenn Sie mit Ihrem Arbeitszeugnis nicht zufrieden sind. Damit Sie als Arbeitnehmer in solchen oder ähnlichen Fällen nicht die Orientierung verlieren, haben wir im Folgenden 10 praktische Arbeitszeugnis-Tipps für Sie zusammengefasst, die wir Ihnen gerne näher vorstellen möchten.

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Tipp 1: Die komplexe Zeugnissprache richtig entschlüsseln

 

Zeugnisaussteller müssen beim Schreiben eines Arbeitszeugnisses der Wahrheitspflicht und zugleich der Wohlwollenspflicht gerecht werden. Der Zeugnisaussteller muss also den Adressaten des Zeugnisses wahrheitsgemäß bewerten, wobei er jedoch keine Kritik äußern oder negative Eigenschaften und Verhaltensweisen aufführen darf. Dies führte zur Entwicklung der sogenannten Zeugnissprache, die es den Zeugnisempfängern schwer macht, den wahren Inhalt ihres Dokumentes herauszulesen.

Im Grunde ist es aber eigentlich ganz einfach: Hinter den typischen Zeugniscodes verbergen sich die klassischen deutschen Schulnoten von 1 bis 6. Oft gibt es nur kleine Unterschiede im Wortlaut zwischen den Formulierungen, die aber eine ganze Note ausmachen können. Wer kennt Sie nicht, die Zufriedenheitsfloskel. An diesem Beispiel können Sie am besten sehen, dass es oft nur kleine Unterschiede zwischen den Formulierungen gibt, die aber einen großen Einfluss auf Ihre Bewertung haben können:

 

  • Note 1: Alle ihr übertragenen Aufgaben erledigte Frau Meier stets zu unserer vollsten Zufriedenheit.

 

  • Note 2: Alle ihm übertragenen Aufgaben erledigte Herr Müller stets zu unserer vollen Zufriedenheit.

 

  • Note 3: Alle ihr übertragenen Aufgaben erledigte Frau Schulze zu unserer vollen Zufriedenheit.

 

  • Note 4: Alle ihm übertragenen Aufgaben erledigte Herr Möller zu unserer Zufriedenheit.

 

  • Note 5: Alle ihr übertragenen Aufgaben erledigte Frau Schumann insgesamt zu unserer Zufriedenheit.

 

  • Note 6: Er hat sich bemüht, die ihm übertragenen Aufgaben zu erledigen.

 

Zur Anwendung kommt hier die sogenannte Positiv-Skalen-Technik, bei der selbst schlechte Bewertungen noch positiv formuliert werden. Was es darüber hinaus noch für Verschlüsselungstechniken für Arbeitszeugnisse gibt, wird im Folgenden näher ausgeführt:

 

  • Passivierungstechnik: Wenn Formulierungen gewählt werden, die den Zeugnisempfänger initiativlos beziehungsweise unselbstständig erscheinen lassen. Eine häufig verwendete Aussage ist »wurde beschäftigt«.

 

  • Leerstellentechnik: Eine Aussage, die erwartet wird, wird weggelassen. Wenn das

Verhalten gegenüber den Mitarbeitern bei einer Führungskraft im Arbeitszeugnis nicht erwähnt wird, kann man von Schwierigkeiten ausgehen.

 

  • Negationstechnik: Anwendung von Verneinungen, wie etwa »Er war nie unpünktlich« oder »Ihr Verhalten war ohne jeden Tadel«.

 

  • Ausweichtechnik: Banalitäten oder Selbstverständlichkeiten werden aufgeführt, wie zum Beispiel der ehrliche Umgang mit Bargeld bei einem Kassierer.

 

  • Widerspruchstechnik: Wenn sich verschiedene Zeugnisaussagen widersprechen. Wenn etwa dem Zeugnisempfänger insgesamt sehr gute Leistungen bestätigt werden, aber im Abschluss des Zeugnisses kein Bedauern über das Ausscheiden erscheint.
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Tipp 2: Gewisse Textpassagen sind mit Vorsicht zu genießen

Für einen Frisör ist eine „kreative Arbeitsweise“ durchaus von Vorteil, für einen Finanzbuchhalter ist sie im Arbeitszeugnis aber wohl eher deplatziert. Heißt es im Arbeitszeugnis weiterhin „Er verstand es, seine Interessen mit denen des Unternehmens geschickt zu verbinden“, dann handelt es sich in Wirklichkeit um einen Mitarbeiter, der es mit den innerbetrieblichen Regeln und Richtlinien wohl nicht so genau nahm.

Um sicherzustellen, dass dies in Ihrem Arbeitszeugnis nicht passiert, sollten Sie ein Auge auf die folgenden Arbeitszeugnisformulierungen werfen:

 

  • Begriffe, die mehrdeutig sind, wie zum Beispiel »Herr Müller ist ein kritischer Mitarbeiter« oder »Frau Schmitt hatte oft originelle Ideen.«

 

  • Distanzierende beziehungsweise passivierende Formulierungen, wie etwa » Wir setzten sie als … ein.«

 

  • Einschränkende Adverbien oder auffällige (doppelte) Verneinungen, wie beispielsweise »nicht ohne Engagement« oder »es kam nicht zu Verzögerungen.«

 

  • Missverständliche Charaktereigenschaften, wie »Er überzeugt durch sein natürliches Wesen« oder »Sie ist eine anspruchsvolle Mitarbeiterin.«

 

  • Hervorhebungen von Bemühen (Der Klassiker: »Sie war stets bemüht«….. hat aber das Ziel nicht erreicht.)

 

  • Unpassende Beurteilungen wie eben die kreative Arbeitsweise bei einem Finanzbuchhalter

 

 

  • Nebensächliche und selbstverständliche Eigenschaften: Einer Führungskraft wird beispielsweise Pünktlichkeit bestätigt oder einer Sekretärin die sichere Rechtschreibung
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Tipp 3: Achten Sie auch darauf, was in Arbeitszeugnissen verboten ist

Nach § 109 Abs. 2 der Gewerbeordnung muss ein Arbeitszeugnis klar und verständlich formuliert sein. Dabei darf es keine Angaben oder Formulierungen enthalten, die dazu dienen, eine andere als die aus der äußeren Form oder dem Wortlaut ersichtliche Aussage über den Arbeitnehmer zu erzielen. Aus diesem Grund ist auch die Verwendung von so genannten Geheimcodes in Arbeitszeugnissen verboten. Hier einige Beispiele:

 

  • Er hat mit seiner geselligen Art zur Verbesserung des Betriebsklimas beigetragen (ein Mitarbeiter mit Alkoholproblemen).

 

  • Sie trat engagiert für die Interessen der Kollegen ein (sie war im Betriebsrat).

 

  • Für die Belange der Belegschaft bewies er immer Einfühlungsvermögen (er suchte sexuellen Kontakt).

 

  • Sie zeigte Verständnis für ihre Arbeit (sie war unfähig).

 

  • Er verstand es, alle Aufgaben erfolgreich zu delegieren (er war faul).

 

  • Sie wusste sich gut zu verkaufen (ihre Leistungen waren schlecht)

 

Darüber hinaus gibt es noch weitere tabuisierte Punkte für Arbeitszeugnisse. In der folgenden Liste sehen Sie, was außerdem nicht in ein Arbeitszeugnis gehört:

 

  • Angabe des Gehalts

 

  • Kündigungsgrund

 

  • Vorstrafen

 

  • Abmahnungen

 

  • Fehlzeiten, wie etwa Krankheiten oder Bildungsurlaub

 

  • Behinderungen, Sucht oder andere Erkrankungen

 

  • Betriebsratstätigkeiten, Gewerkschafts- oder Parteizugehörigkeiten

 

  • Religiöse Zugehörigkeiten

 

  • Homosexualität

 

  • Nebentätigkeiten und ehrenamtliches Engagement

 

Des Weiteren ist die Verwendung von Verschlüsselungen unzulässig. Allerdings sollten Sie Ihr Arbeitszeugnis auf jede noch so kleine Abweichung von der üblichen Schreibweise kontrollieren. Sollten Sie eines der folgenden Geheimzeichen finden, wenden Sie sich unverzüglich an Ihren Arbeitgeber und bitten Sie um eine entsprechende Korrektur:

 

  • Ein Häkchen nach links bedeutet Mitgliedschaft in einer linksgerichteten Partei, ein Häkchen nach rechts in einer rechtsgerichteten Partei.

 

  • Ausrufungszeichen, Anführungszeichen und Unterstreichungen sollen die geschriebenen Aussagen ins Gegenteil verkehren.

 

  • Ein »Ausrutscher« bei oder vor der Unterschrift soll auf eine Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft oder verfassungsfeindlichen Organisation hinweisen.

 

  • Ein Doppelpunkt am Satzende will sagen, dass es hier noch mehr zu sagen gäbe…
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    Tipp 4: Ein Arbeitszeugnis kann angepasst werden

    Doch wie verhalten Sie sich nun, wenn Sie einen Geheimcode oder ein Geheimzeichen im Arbeitszeugnis aufgedeckt haben? Schließlich hat der Arbeitnehmer einen Anspruch auf ein inhaltlich korrektes Arbeitszeugnis und ein Recht auf Anfechtung, wenn er nachweisen kann, dass er berechtigte Zweifel hat. Der Arbeitgeber muss das Arbeitszeugnis dann umgehend korrigieren, sonst verstößt er gegen § 109 Abs. 2 der Gewerbeordnung (GewO). Doch was geschieht, wenn Sie mit Ihrer Beurteilung im Arbeitszeugnis nicht zufrieden sein sollten? Zunächst einmal sollten Sie sich direkt an den Zeugnisaussteller wenden und um eine entsprechende Korrektur bitten.

     

    Sofern Sie dies nicht am Telefon tun wollen, können Sie dies auch per E-Mail oder Brief erledigen. Hier empfiehlt es sich, eine Fristsetzung vorzunehmen und nach deren Ablauf noch einmal nachzuhaken. Bringt weder ein klärendes Gespräch oder Telefonat noch der schriftliche Kontakt etwas, können Sie anschließend den Betriebsrat einschalten und um Unterstützung bitten. Scheitert dies alles, bleibt nur der Gang zum Anwalt für Arbeitsrecht und die Einreichung einer Klage vor dem Arbeitsgericht.

     

    Im Rahmen eines solchen Prozesses muss der Arbeitgeber zunächst nachweisen, dass er den Arbeitnehmer richtig beurteilt hat und dass der Inhalt des Arbeitszeugnisses ordnungsgemäß ist. Dazu kann er unter anderem Vorgesetzte und Kollegen befragen, Einsicht in die Personalakte nehmen, protokollierte Mitarbeitergespräche oder bereits erstellte Zwischenzeugnisse begutachten. Kommt der Arbeitgeber seiner Beweislast nicht nach, ist er verpflichtet, ein neues Arbeitszeugnis zu erstellen. Unterlässt er auch diese Verpflichtung, kann er durch einen Gerichtsbeschluss zu einer Geldstrafe verurteilt werden. In der Mehrzahl der Fälle wird jedoch eine Einigung erzielt und der Arbeitnehmer erhält ein neues Arbeitszeugnis.

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    Tipp 5: Wie Ihnen die optimale Tätigkeitsbeschreibung gelingt

    Für viele Personalentscheider ist die Tätigkeitsbeschreibung der entscheidende Teil des Arbeitszeugnisses, denn hier bestätigt der Arbeitgeber offiziell, wie der Werdegang im Unternehmen verlief und welche konkreten Aufgaben der Arbeitnehmer übernommen hat. Hier findet auch die Zeugnissprache in der Regel keine Anwendung. Doch auch hier gibt es Fallstricke, die es zu berücksichtigen gilt. Es ist wichtig zu wissen, dass auch dieser Teil eine gewisse Struktur aufweisen muss, um überzeugend zu sein.

     

    Die Tätigkeitsbeschreibung sollte in chronologischer Reihenfolge erfolgen (von der Anfangsposition bis zur aktuellen oder letzten Position). Die übertragenen Kompetenzen und Vollmachten, wie zum Beispiel die Prokura, sollten in der richtigen chronologischen Reihenfolge hinzugefügt werden. Die Tätigkeitsbeschreibung sollte so neutral wie möglich formuliert sein und nicht mit dem Bewertungsteil vermischt werden. Ein wichtiger Teil der Tätigkeitsbeschreibung ist dann die detaillierte Aufführung der ausgeübten Aufgaben, bei der Folgendes beachtet werden sollte:

     

    • Die verantwortungsvollsten beziehungsweise wichtigsten Aufgaben sollten in der Auflistung zuerst aufgeführt werden.

     

    • Daran anschließend sollten die Nebentätigkeiten aufgelistet werden.

     

    • Die Beschreibung der Tätigkeiten kann mit Spiegelstrichen oder auch im Fließtext erfolgen (bei einer umfangreichen Beschreibung empfehlen wir Ihnen wegen der besseren Lesbarkeit allerdings die Spiegelstriche).

     

    • Unwichtige oder selbstverständliche Punkte sollten nicht erwähnt sein (wie bei einer Sekretärin die Erstellung von Briefen), da eine zu detaillierte Beschreibung eher zu einer Abwertung führt.

     

    Anhand des folgenden Beispiels können Sie sehen, wie eine optimale Tätigkeitsbeschreibung aussehen kann:

     

    Beispiel für eine sehr gute Tätigkeitsbeschreibung:

     

    Frau Vera Meyer, geboren am 22.07.1982, trat am 01.09.2015 in unser Unternehmen ein. Zunächst absolvierte Frau Meyer eine Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement in unserem Hause, die sie am 28. Juni 2018 erfolgreich vor der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main abschloss. Im direkten Anschluss haben wir Frau Meyer als Team-Assistentin im Bereich Einkauf in ein unbefristetes Anstellungsverhältnis übernommen. Seither umfasst ihr Aufgabenbereich im Wesentlichen die folgenden Tätigkeiten:

     

    • Terminkoordination für Manager und Teammitglieder

     

    • Reiseplanung und -buchung sowie Reisekostenabrechnung für Manager und Teammitglieder

     

    • Unterstützung der Anfertigung von Kundenpräsentationen

     

    • Verantwortung für die Erledigung der Kundenkorrespondenz

     

    • Teilnahme an Kundenterminen

     

    • Allgemeine Verwaltungsaufgaben sowie die Vorbereitung und Koordination von Kundenterminen und anderen Veranstaltungen (Raumbuchung, Catering, Bereitstellung von Equipment und so weiter)

     

    • Bearbeitung und Verteilung der täglichen Eingangspost
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        Tipp 6: Daran erkennen Sie ein sehr gutes Arbeitszeugnis

        Mithilfe der nachstehenden Kontrollliste können Sie feststellen, ob Ihr Arbeitszeugnis ein sehr gutes ist, mit dem Sie künftig bei Arbeitgebern punkten können:

         

        • Das Zeugnis ist auf hochwertigem Geschäftspapier gedruckt, hat keine Flecken, ist nicht geknickt oder hat gar Eselsohren.

         

        • Es hat die korrekte Überschrift: Bei einem Austrittszeugnis lautet die Überschrift »Zeugnis« oder »Arbeitszeugnis«, bei einem Zwischenzeugnis muss auch »Zwischenzeugnis« in der Überschrift stehen.

         

        • Das Zeugnis ist frei von Rechtschreib- und Grammatikfehlern.

         

        • Die Länge des Zeugnistextes steht in einem angemessenen Verhältnis zu Ihrer Beschäftigungszeit und Position (grundsätzlich gilt: je kürzer das Zeugnis, desto schlechter die Bewertung, allerdings ist ein zu langes Zeugnis mit mehr als drei Seiten nachteilig). Die meisten sehr guten Arbeitszeugnisse sind anderthalb bis zwei Seiten lang.

         

        • Das Zeugnis hat einen klaren Schreibstil und enthält keine Schachtelsätze.

         

        • Der Teil des Werdegangs und der detaillierten Beschreibung von Tätigkeiten und Aufgaben ist bewertungsfrei und in chronologischer Reihenfolge.

         

        • Eine stetige Weiterentwicklung und Übernahme von verantwortungsvolleren Aufgaben wurden aufgenommen.

         

        • Der Bewertungsteil entspricht der gängigen Norm und enthält die einzelnen Zeugnisbausteine in der richtigen Reihenfolge: Fachwissen und Weiterbildung, Arbeitsbefähigung, Arbeitsbereitschaft, Arbeitsweise, Arbeitserfolg, zusammenfassende Leistungsbewertung, Verhalten (bei Führungspositionen ergänzt um die Führungskompetenz).

         

        • Der Bewertungsteil enthält eine Mischung von guten und sehr guten Formulierungen, Standardformulierungen wurden durch Individuelles ergänzt. Besondere Arbeitserfolge, Sonder- und Projektaufgaben sind aufgeführt.

         

        • Die Abschlussformel enthält den Ausstellungsgrund, das Bedauern über das Ausscheiden, den Dank für die sehr gute Zusammenarbeit sowie berufliche und private Zukunftswünsche (Wichtig! »weiterhin viel Erfolg«).

         

        • Das Zeugnis hat das korrekte Datum (bei Austritt das Vertragsende beziehungsweise der 15., 30. oder 31. eines Monats).

         

        • Die Unterschrift wurde durch einen oder besser zwei (erhöht die Glaubwürdigkeit) ranghöhere Mitarbeiter ausgeführt.

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        Tipp 7: Textbausteine für ein gutes oder sehr gutes Austrittszeugnis

        In diesem Praxistipp finden Sie nun passende und vorgefertigte Textbausteine eines übersichtlichen Arbeitszeugnisses der Note 2 bzw. der Note 1, mit denen Sie den Bewertungsteil Ihres eigenen Arbeitszeugnisses erstellen können.

         

        Fachwissen:

         

        Note 2: Herr Kalter verfügt über ein gutes, umfassendes und tiefgreifendes Fachwissen, dass er auch bei schwierigen Aufgaben zielführend und stets erfolgreich einsetzte.

         

        Note 1: Herr Wüstenberg verfügt über ein sehr gutes, umfassendes und tiefgreifendes Fachwissen, das er auch bei schwierigen Aufgaben zielführend und stets überaus erfolgreich einsetzte.

         

        Weiterbildung:

         

        Note 2: Sie erweiterte und aktualisierte ihre fachlichen Kenntnisse beständig zu unserem Nutzen und hat neu erworbenes Wissen immer sofort sowie wirksam in der Praxis angewendet.

         

        Note 1: Sie erweiterte und aktualisierte ihre fachlichen Kenntnisse beständig zu unserem großen Nutzen und hat neu erworbenes Wissen immer sofort sowie sehr wirksam in der Praxis angewendet.

         

        Arbeitsbefähigung:

         

        Note 2: Seine schnelle Auffassungsgabe ermöglichte es ihm, auch komplexe Fragestellungen umgehend und präzise zu erfassen. Dank seines sicheren und logischen Denk- und Urteilsvermögens kam Herr Widmer immer zu hochwertigen und zugleich praktikablen Lösungen, die er beharrlich umsetzte.

         

        Note 1: Seine sehr gute Auffassungsgabe ermöglichte es ihm, auch sehr komplexe Fragestellungen umgehend und präzise zu erfassen. Dank seines äußerst sicheren und logischen Denk- und Urteilsvermögens kam Herr Sammer immer zu sehr hochwertigen und zugleich praktikablen Lösungen, die er beharrlich umsetzte.

         

         

        Belastbarkeit:

         

        Note 2: Selbst unter hoher Arbeitsbelastung behielt Frau Karich jederzeit die Übersicht und verstand es, effizient und erfolgreich Prioritäten zu setzen.

         

        Note 1: Selbst unter höchster Arbeitsbelastung behielt Frau Feldmann jederzeit die Übersicht und verstand es, effizient und sehr erfolgreich Prioritäten zu setzen.

         

        Arbeitsbereitschaft:

         

        Note 2: Er überzeugte stets durch seine große Einsatzbereitschaft und sein hohes Maß an Eigeninitiative sowie Zielstrebigkeit. Gerne war er auch bereit, zusätzliche Aufgaben zu übernehmen, auch über den eigentlichen Verantwortungsbereich und die übliche Arbeitszeit hinaus.

         

        Note 1: Er überzeugte stets durch seine außerordentliche Einsatzbereitschaft und sein sehr hohes Maß an Eigeninitiative sowie Zielstrebigkeit. In vorbildlicher Weise war er auch bereit, zusätzliche Aufgaben zu übernehmen, auch über den eigentlichen Verantwortungsbereich und die übliche Arbeitszeit hinaus.

         

        Arbeitsweise:

         

        Note 2: Frau Herz brachte neue Ideen in ihr Arbeitsgebiet mit ein und arbeitete jederzeit effizient, zuverlässig und genau.

         

        Note 1: Frau Tafelmann brachte kontinuierlich neue Ideen in ihr Arbeitsgebiet mit ein und arbeitete jederzeit sehr effizient, zuverlässig und genau.

         

        Arbeitserfolg:

         

        Note 2: Die Arbeitsergebnisse von Herrn Sandkorn übertrafen quantitativ und qualitativ konstant unsere Erwartungen.

         

        Note 1: Die Arbeitsergebnisse von Herrn Wiedermann übertrafen quantitativ und qualitativ konstant weit unsere Erwartungen.

         

        Zusammenfassende Leistungsbeurteilung:

         

        Note 2: Alle ihr übertragenen Aufgaben erfüllte sie stets zu unserer vollen Zufriedenheit.

         

        Note 1: Alle ihr übertragenen Aufgaben erfüllte sie stets zu unserer vollsten Zufriedenheit.

         

        Führungskompetenz (nur bei Führungspositionen):

         

        Note 2: Auch seiner Führungsrolle wurde er jederzeit in hohem Maße gerecht. Durch eine konsequente fach- und personenbezogene Führung motivierte Herr Kümmerling sein Team stets zu hohem Einsatz und guten Leistungen. Dabei förderte er engagiert die fachliche und persönliche Weiterentwicklung seiner Mitarbeiter und delegierte Aufgaben sowie Verantwortung immer in angemessener Weise.

         

        Note 1: Auch seiner Führungsrolle wurde er jederzeit in sehr hohem Maße gerecht. Durch eine konsequente fach- und personenbezogene Führung motivierte Herr Sieckmann sein Team stets zu hohem Einsatz und sehr guten Leistungen. Dabei förderte er durchweg und sehr engagiert die fachliche und persönliche Weiterentwicklung seiner Mitarbeiter und delegierte Aufgaben sowie Verantwortung immer in angemessener Weise.

         

        Verhalten:

         

        Note 2: Das Verhalten von Frau Hempel sowohl gegenüber Vorgesetzten und Kollegen (bei Führungspositionen: gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und Mitarbeitern) als auch Kunden und Geschäftspartnern war stets einwandfrei. Durch ihre kooperative, freundliche und offene Art prägte sie maßgeblich die angenehme Arbeitsatmosphäre. Frau Hempel war aufgrund ihrer fachlichen Qualitäten und überzeugenden Persönlichkeit eine allseits geschätzte Ansprechpartnerin.

         

        Note 1: Das Verhalten von Frau Weniger sowohl gegenüber Vorgesetzten und Kollegen (bei Führungspositionen: gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und Mitarbeitern) als auch Kunden und Geschäftspartnern war stets vorbildlich. Durch ihre sehr kooperative, freundliche und offene Art prägte sie maßgeblich die angenehme Arbeitsatmosphäre. Frau Weniger war aufgrund ihrer fachlichen Qualitäten und überzeugenden Persönlichkeit eine allseits äußerst geschätzte Ansprechpartnerin.

         

        Auch für den Entwurf eines Zwischenzeugnisses können diese Zeugnisbausteine zum Einsatz kommen. Beachten Sie dabei jedoch, dass bereits in der Überschrift erkennbar ist, dass es sich um ein solches handelt. Des Weiteren sollte das Zeugnis in der Gegenwartsform verfasst werden, da Sie ja noch Ihren Beruf ausüben bzw. Angestellter des Unternehmens sind.

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        Tipp 8: So gestalten Sie Ihr Arbeitszeugnis individuell

         

        Um sicherzustellen, dass sich Ihr Arbeitszeugnis nicht wie jedes andere liest, sollte es einige individuelle Ergänzungen enthalten. Andernfalls wirkt es so, als sei es nur kopiert oder mit einer Arbeitszeugnis-Software erstellt worden. Auch kann dies zu der Annahme führen, dass Sie sich mit dem Arbeitszeugnis keine große Mühe machen wollten und es nur eine lästige Pflichtaufgabe war. In der folgenden Liste können Sie genau nachlesen, was ein individuelles Arbeitszeugnis ausmacht:

         

        • Für die Position ausschlaggebende und wichtige Eigenschaften, Fähigkeiten und Kompetenzen werden im Zeugnistext erwähnt (beispielsweise bei einem Sachbearbeiter im Controlling das ausgeprägte Zahlenverständnis sowie die präzise und strukturierte Arbeitsweise)

         

        • Je verantwortungsvoller die Position, desto wichtiger ist die Auflistung besonderer Arbeitserfolge und deren konkrete Auswirkung.

         

        • Zusätzliche Sonder- und Projektaufgaben werten die Fachkompetenz, das Engagement und die Bereitschaft zur Übernahme weiterer Verantwortung auf.

         

        • Die Erwähnung innovativer und kreativer Beiträge ist beim heutigen Wettbewerbsdruck für Unternehmen sehr wertvoll und rundet ein Arbeitszeugnis vorteilhaft ab.

         

        • Kostenbewusstes Handeln und Erzielung von Einsparungen sind weitere Pluspunkte für ein überzeugendes Arbeitszeugnis.

         

        • Die Globalisierung nimmt stetig zu in unserer Arbeitswelt. Deshalb werden Arbeitszeugnisse für Mitarbeiter im internationalen Umfeld durch die Erwähnung von Sprachkenntnissen, insbesondere Englisch, und interkultureller Kompetenz zusätzlich aufgewertet.

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        Tipp 9: Arbeitszeugnisse für Führungskräfte

         

        Grundsätzlich gleicht das Arbeitszeugnis einer Führungskraft dem seiner Mitarbeiter. Ergänzend sollte es jedoch einige Zusatzinformationen enthalten, die für ein Führungszeugnis unerlässlich sind und bei Fehlen zu einer schlechten Gesamtbeurteilung führen können. Denn das, was im Arbeitszeugnis für diese Zielgruppe fehlt, wiegt in der Regel schwerer als das, was darin aufgeführt ist. Die nachfolgenden Aspekte sollten grundsätzlich in einem Führungszeugnis enthalten sein:

         

        • Berichtslinie (beispielsweise direkt an den Vorstand)

         

        • Führungsspanne (für wie viele Mitarbeiter besteht disziplinarische Führungsverantwortung?)

         

        • Vollmachten wie Handlungsvollmacht, Prokura oder Kompetenzen wie Kreditkompetenz

         

        • Titel wie Abteilungsdirektor, Vice President oder Managing Director

         

        • Budgetverantwortung (am besten unter Angabe über welche Höhe)

         

        • Führungskompetenz (im Einzelnen: Führungsstil, Mitarbeitermotivation, Mitarbeiterleistung, Aufgabendelegation sowie Mitarbeiterentwicklung)

         

        • Zielerreichung und besondere Erfolge (beispielsweise Umsatzsteigerung, Neukunden-gewinnung, Kostenersparnisse und so weiter)

         

        • Strategische und unternehmerische Fähigkeiten

         

        • Entscheidungs- und Durchsetzungsvermögen

         

        • Verhalten gegenüber den Mitarbeitern im Verhaltensteil

         

        • Grundsätzlich gilt, dass die Erwartungshaltung an ein Führungskräftezeugnis höher ist. Je individueller es gestaltet ist, desto besser wird es bewertet werden.
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        Tipp 10: Alternativen zum Arbeitszeugnis

         

        Doch was ist mit all denjenigen, die auf freiberuflicher Basis arbeiten, ein Studium absolvieren oder sich zum Beispiel für einen Masterabschluss bewerben wollen? In solchen Fällen ist eine Alternative zum Arbeitszeugnis gefragt. Diese sind:

         

        • Referenzschreiben
        • Empfehlungsschreiben

         

        Ein Referenzschreiben wird unabhängig von einer bestimmten Person ausgestellt und soll in erster Linie einen Überblick über die erworbenen Kompetenzen und die ausgeübten Tätigkeiten geben. Im Gegensatz zu einem Referenzschreiben ist ein Empfehlungsschreiben wesentlich persönlicher ausgestaltet. Zwischen dem Aussteller und der empfohlenen Person besteht oftmals eine etwas engere Relation, wie zum Beispiel zwischen einem Studenten und einem Professor oder Dozenten. In der Regel kann jeder ein Empfehlungsschreiben ausstellen lassen, wobei keine Spezifikationen eingehalten werden müssen und es durchaus auch ein wenig emotionaler formuliert werden kann.

         

        Referenz- und Empfehlungsschreiben sollten nicht länger als eine Din-A4-Seite sein und möglichst auf Firmenpapier ausgestellt werden. Darüber hinaus sollte der Aussteller einen seriösen Ruf haben und seine Position sowie seine fachliche Kompetenz aus dem Empfehlungsschreiben hervorgehen. Wenngleich ein Referenz- oder Empfehlungsschreiben immer auch der Eigenwerbung dient, sollte es dennoch glaubwürdig und nicht übertrieben wirken.

         

        Die Aussagekraft und Glaubwürdigkeit eines solchen Dokuments ist umso größer, je mehr Fakten und Differenzierungsmerkmale es enthält. So haben beispielsweise Referenz- und Empfehlungsschreiben einen deutlichen Vorteil, weil sie persönlicher sind und keine Zeugniscodes enthalten. Als Verfasser eignen sich nicht nur direkte Vorgesetzte, sondern auch Abteilungsleiter, Professoren oder Ausbilder. Ausschlaggebend ist, dass der Aussteller mindestens eine Hierarchieebene höher steht, wie es beim Arbeitszeugnis der Fall ist. Doch auch für Festangestellte sind Referenzen eine sinnvolle Erweiterung der Arbeitszeugnisse in der Bewerbungsmappe, um zusätzliche Informationen über die Kompetenzen des Bewerbers zu erhalten.

         

        Ihr professioneller Ansprechpartner rund um Arbeitszeugnisse

         

        Mit den richtigen Tipps und Tricks kann es jedem Arbeitnehmer gelingen, ein Arbeitszeugnis zu erstellen, auch wenn dieser Prozess mit einem hohen zeitlichen Aufwand verbunden ist. Falls Sie sich diesen Stressfaktor ersparen möchten, erstellt Ihnen gerne das PSRM-Team Ihr individuelles Arbeitszeugnis und sorgt für ein sehenswertes Endergebnis, frei von Rechtschreib-, Grammatik- und Datenfehlern.

         

        Dabei unterstützen wir Sie vom ersten Kontakt zur Ermittlung Ihrer persönlichen Anforderungen, über die fachgerechte Erstellung Ihres Arbeitszeugnisses, bis hin zur Nachbearbeitung und finalen Übermittlung. Kontaktieren Sie uns einfach jetzt und wir finden eine auf Ihre individuellen Ansprüche abgestimmte Lösung!

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